Soll es eine Pfeilauflage zum Kleben, zum Schrauben, doch magnetisch, klappbar oder mit Borsten sein? Bei diesem Thema habe ich schon viele Kunden ins Schwitzen kommen sehen. Die Auswahl ist riesig und muss gut durchdacht sein, damit sie zu dir, deinem Stil, deinem Bogen und deinen Vorlieben passt. Nur so erreichst du saubere Trefferbilder stetige Fortschritte.
In meinem Beitrag zeige ich dir, welche Arten von Pfeilauflagen es gibt, wie sie funktionieren und welches System am besten zu dir past. Du lernst die Unterschiede zwischen traditionellen Lederauflagen und modernen Fall-Away-Modellen kennen und erhältst konkrete Empfehlungen für deine nächste Kaufentscheidung.
Was ist eine Pfeilauflage und warum ist sie wichtig?
Die Pfeilauflage ist die Komponente am Bogen, die den Pfeil bis zum Abschuss führt und somit in direktem Kontakt mit ihm steht. Sie sorgt dafür, dass der Pfeil während des Auszugs und beim Lösen der Sehne kontrolliert geführt wird. Ohne Pfeilauflage würde der Pfeil unkontrolliert aus dem Bogen austreten.
Ihre Bedeutung wird besonders beim sogenannten „Archer’s Paradox” deutlich. Bei vielen Bögen zeigt der angenockte Pfeil nämlich nicht direkt geradeaus, sondern links am Bogen vorbei (bei einem Rechtshandbogen). Denn in der Mitte befindet sich das Griffstück, welches dem geraden Austritt des Pfeils im Wege steht. Ausnahmen sind Griffstücke, die auf „Center Shot“ geschnitten sind.
Wenn du die Sehne löst, muss sich der Pfeil also sauber und kontrolliert um das Griffstück winden. In diesem kritischen Moment muss die Pfeilauflage optimal funktionieren und perfekt abgestimmt sein, damit der Pfeil sauber austritt. Jede zusätzliche Reibung kostet Energie und Präzision und führt zu einer Abweichung.

Eine korrekt gewählte und eingestellte Pfeilauflage beeinflusst drei wichtige Faktoren:
- Pfeilflug und Präzision durch konstante Positionierung
- Energieverlust durch Reibung zwischen Pfeil und Auflage
- Reproduzierbarkeit deiner Schüsse über viele Pfeile hinweg
Der Unterschied zwischen der traditionellen Pfeilauflage, die direkt in das Griffstück eingearbeitet ist, und modernen, montierten Pfeilauflagen liegt in der Präzision und den verfügbaren Einstellungsmöglichkeiten. Während das Shelf eine breite, feste Auflagefläche bietet, reduzieren moderne Auflagen den Kontakt auf ein Minimum. Dies führt zu höheren Pfeilgeschwindigkeiten und präziseren Trefferbildern, was sich in engeren Pfeilgruppen zeigt.
Die Entwicklung: Vom Shelf zur High-Tech-Auflage
Bei traditionellen Bögen wird entweder das Shelf als Pfeilauflage genutzt oder sogar komplett darauf verzichtet. In diesem Fall liegt der Pfeil einfach auf dem Handrücken des Bogenschützen. Ich rate dir hier unbedingt, einen Bogenhandschuh zu tragen.
Wenn du über das Shelf schießt, liegt der Pfeil direkt auf dem Holz oder einer einfachen Pfeilauflage aus Leder oder Fell. Diese Methode funktioniert, erzeugt aber relativ viel Reibung und verschleißt den Bogen, ggf. Lederauflage (wenn genutzt) und die Befiederung.
Hinweis: Beim Schießen über das Shelf oder den Handrücken müssen zwingend Naturfedern am Pfeil verwendet werden. Diese geben nach und klappen beim Berühren der Hand (Schießen über den Handrücken) bzw. des Griffstücks (Schießen über das Shelf) weg, sodass der Pfeil nicht abgelenkt wird. Kunststofffedern (Vanes) sind hart und haben diesen Effekt nicht.
Neben den traditionellen Modellen stehen auch viele hoch technische, moderne Modelle zur Verfügung. Durch den Einsatz von Kunststoff, Metallen, Magneten und Borsten sind heute präzisere Optionen erhältlich. Heute gibt es mechanische Auflagen, die während des Schusses den Kontakt vollständig verlieren und so nahezu reibungsfreie Abläufe ermöglichen.
Traditionelle Pfeilauflagen: einfach und zuverlässig
Einfache Pfeilauflage zum Kleben

Die einfachen, sportlichen Pfeilauflagen zum Kleben sind die Klassiker für jeden Einsteigerbogen. Sie bestehen aus Kunststoff, sind kostengünstig, einfach zu montieren und bieten eine vernünftige Pfeilführung. Sie werden über die Buttonbuchse geklebt und bieten dem Pfeil dort eine sichere Auflagemöglichkeit. Die ausgearbeitete Öffnung für die Buttonbuchse bietet dir sogar die Möglichkeit, erste Erfahrungen mit einem Button zu sammeln.
Vorteile:
- Sehr günstig
- Einfache Montage
- Leicht zu verwenden
Nachteile:
- Keine Einstellmöglichkeiten
- Recht schneller Verschleiß
Leder- und Fellauflagen

Die einfachste Form der Pfeilauflage besteht aus einem kleinen Stück Leder, das ins Bogenfenster geklebt wird. Diese selbstklebenden Auflagen sind meist 2-3 cm breit und schützen das Holz des Bogens vor direktem Pfeilkontakt.
Vorteile:
- Sehr günstig in der Anschaffung (2-5 EUR pro Stück)
- Pflegeleicht und wartungsfrei
- Schonend für Pfeile und Befiederung
- Einfache Montage ohne Werkzeug
Nachteile:
- Höhere Reibung im Vergleich zu modernen Systemen
- Verschleiß durch wiederholten Pfeilkontakt
- Keine Einstellmöglichkeiten für Feintuning
Diese Auflagen eignen sich perfekt für traditionelle Bögen und Einsteiger, die den Bogensport kennenlernen möchten. Der Leistungsunterschied zu komplexeren Systemen ist bei Anfängern vernachlässigbar, während die unkomplizierte Handhabung hervorzuheben ist.
Kalbshaar-Auflagen

Eine Alternative zu der Lederauflage nutzt Kalbshaar oder synthetisches Fell. Die feinen Haare bieten deutlich bessere Gleiteigenschaften als glattes Leder. Der Pfeil gleitet über die Haare. Die Reibung ist im Gegensatz zu Leder stark gemindert.
Wichtig: Pfeilauflagen mit Fell müssen immer in Wuchsrichtung aufgeklebt werden, damit sich die Haare beim Schuss nicht aufstellen. So wird eine stark bremsende und ablenkende Wirkung erzeugt.
| Eigenschaft | Lederauflage | Kalbshaar |
|---|---|---|
| Reibung | Mittel | Gering |
| Preis | 2-5 EUR | 5-8 EUR |
| Pfeilschonung | Gut | Sehr gut |
Sportliche Pfeilauflagen: Präzision durch Technik
Bürstenauflagen (Brush Rest)

Bürstenauflagen bestehen aus dünnen synthetischen Borsten, die wie eine kleine Bürste angeordnet sind. Mich erinnern sie immer an den Kopf einer Zahnbürste.
Der Pfeil liegt auf den Spitzen dieser Borsten auf, wodurch die Kontaktfläche minimal ist. Diese Konstruktion reduziert die Reibung deutlich gegenüber traditionellen Auflagen.
Selbst nach hunderten Schüssen behalten sie ihre Form. Die Montage erfolgt meist über die Buttonbuchse und wird in der Regel mit Compoundbögen verwendet.
Vorteile:
- Geringe Reibung durch minimale Kontaktpunkte
- Langlebig und wartungsarm
- Geeignet für Naturfedern und Vanes
- Verstellmöglichkeiten
Nachteile:
- Borsten können sich mit der Zeit verbiegen
- Nicht für höchste Präzisionsansprüche geeignet
Blade Rest (Blechauflage)
Die Blade Rest ist der Goldstandard für sportliche Compoundschützen mit höchsten Ansprüchen. Sie besteht aus einem schmalen, federnden Stahlblech mit einem V-förmigen Ausschnitt an der Spitze. Der Pfeil liegt direkt in diesem „V“.
Das Besondere: Das Blech gibt beim Abschuss präzise nach und minimiert so die vertikale Ablenkung. Da es keine beweglichen mechanischen Teile gibt, ist dieses System extrem fehlerfrei und konsistent.
- Vorteile: Höchste Präzision, keine Mechanik, die versagen kann, sehr feine Justierung von Höhe und Seite.
- Nachteile: Der Pfeil kann bei unruhigem Auszug leicht vom schmalen Blech rutschen (daher eher für erfahrene Schützen), Windanfällig beim Außeneinsatz.
Whisker Biscuit

Das Whisker Biscuit ist eine vollumschließende Pfeilauflage. Die Borsten aus Kunststoff sind ringförmig angeordnet und bilden so eine dauerhafte, sichere und vollumschließende Pfeilführung. Der Pfeil wird rundherum gehalten und kann nicht herausfallen, selbst wenn der Bogen stark geneigt wird, was im Gelände schnell einmal passieren kann.
Der Preis für diese Zuverlässigkeit ist eine höhere Reibung. Der Pfeil muss sich durch den Borstenring zwängen, wodurch er an Geschwindigkeit verliert. Bedenke auch, dass die Befiederung ebenfalls Platz finden muss. Achte darauf, dass deine Federn bzw. Vanes nicht zu hoch sind und den äußeren Ring berühren.
Whisker Biscuits werden hauptsächlich an Compoundbögen im Jagdbereich montiert. Sie spielen ihre Stärken dort aus, wo Zuverlässigkeit wichtiger ist als das letzte Prozent Präzision.
Drop-Away / Fall-Away Auflagen

Fall-Away Auflagen repräsentieren die technisch anspruchsvollste Lösung. Der Mechanismus ist simpel und genial zugleich. Ein kleiner Y-geformter Auflagearm hält den Pfeil beim Auszug sicher. Im Moment des Schusses fällt bzw. klappt dieser Arm nach vorne um ca. 90 Grad weg. Der Pfeil verlässt den Bogen nahezu ohne jede Berührung.
Das Auslösung erfolgt über eine Verbindung zur Sehne bzw. zu den Kabeln des Compoundbogens. Sobald der Schuss ausgelöst wird, zieht die Sehne die Auflage nach unten. Das Timing muss exakt stimmen. Wird das Setup zu früh ausgelöst, klappt die Pfeilauflage entsprechend zu früh weg und der Pfeil verliert die Führung. Löst sie zu spät aus, bleibt der Auflagearm oben stehen und der Pfeil muss sich mitsamt der Federn durch die enge Öffnung zwängen. Ein fehlgeleiteter Pfeil und beschädigte Federn sind vorprogramiert.
Vorteile:
- Minimaler Pfeilkontakt für höchste Geschwindigkeit
- Maximale Genauigkeit bei korrekter Einstellung
- Kompatibel mit allen Befiederungsarten
Nachteile:
- Komplex in der Ersteinstellung
- Höherer Wartungsaufwand
- Teuer (60-200 EUR)
- Anfällig für Verschmutzung (da mechanische Bauteile)
Diese Auflagen sind sehr häufig bei hochwertigen Compound-Setups zu finden. Profis akzeptieren den höheren Aufwand für den messbaren Leistungsvorteil. Aber auch Freizeitschützen, mit dem Willen, das Geld dafür aufzubringen, können von dieser Pfeilauflage profitieren.
Welche Pfeilauflage passt zu deinem Bogentyp?
Pfeilauflage für Recurvebogen
Einsteigern empfehle ich in der Regel eine einfache, sportliche Pfeilauflage aus Kunststoff zum Kleben. Diese werden in der Höhe der Buttonbuchse an das Griffstück geklebt und bieten dank eines abstehenden Auflagefingers eine sichere und stabile Pfeilführung. Sie haben somit alles, was man zum Einstieg benötigt. Eine einfache Montage, ein sicher aufliegender Pfeil, keine überfordernden Einstellungsmöglichkeiten, die Option, mit einem Button zu experimentieren und einen günstigen Kaufpreis.
Bei traditionellen Recurvebögen schießt du in der Regel instinktiv ohne Visier und weitere Hilfsmittel. Hier reicht eine einfache Auflage aus Leder oder Kalbshaar vollkommen aus. Sie schützt das Bogenfenster und somit das Material des Bogens. Schleifspuren vom Pfeil beim Berühren des Bogens werden so effektiv verhindert. Diese Pfeilauflage beeinträchtigt das traditionelle und ursprüngliche Äußere nicht.
Sportliche Recurveschützen, die mit Visier, Stabilisator und Button arbeiten, profitieren von stark einstellbaren Systemen. Die Magnetische Pfeilauflage ist hier der Klassiker. Sie erlaubt präzise Einstellungen für den Center-Shot und harmoniert perfekt mit dem Button. Diese Kombination ermöglicht ein Feintuning auf Millimeterebene.
Pfeilauflage für Compoundbogen
Compoundschützen starten meist mit einer Whisker Biscuit oder einfachen Bürstenauflage. Diese Systeme verzeihen Fehler in der Technik und halten den Pfeil auch bei unruhiger Hand oder im Gelände sicher auf dem Bogen. Die einfache und sichere Verwendung hilft dir, dich Schritt für Schritt mit der Technik vertraut zu machen, ohne gleich überfordert zu werden.
Fortgeschrittene Schützen wechseln früher oder später zur Fall-Away Auflage. Die Investition lohnt sich ab einem Niveau, wo Präzision zählt und die Grundtechnik sitzt. Bei korrekter Einstellung bringt die Fall-Away Mechanik messbare Vorteile in Geschwindigkeit und zeigt sich in einer engen Pfeilgruppierung.
Jagdschützen bleiben oft beim Whisker Biscuit. Hier zählt Zuverlässigkeit zwischen Stock und Stein mehr, als der letzte Millimeter an Präzision, die du mit anderen Optionen erzielen könntest. Die vollumschließende Führung funktioniert in jeder Position und bei jedem Wetter.
Pfeilauflage für Langbogen
Langbogenschützen verzichten häufig komplett auf zusätzliche Auflagen. Hier gibt es zwei Optionen. Das Schießen über das Bogenfenster (Shelf), sofern der Langbogen über diese Möglichkeit verfügt, oder direkt über den Handrücken des Bogenschützen, wenn der Bogen kein eingearbeitetes Bogenfenster hat.
Wenn du dein Bogenfenster schützen willst, klebst du eine dünne Lederauflage ein. Sie verhindert Verschleiß am Holz, verändert aber das Schussverhalten kaum. Manche Langbogenschützen nutzen auch dünne Fellauflagen, die den Pfeil besser gleiten lassen.
| Bogentyp | Traditionell | Sport | Premium |
|---|---|---|---|
| Recurve | Leder/Kalbshaar | Magnetische Pfeilauflage | Magnetauflage + Button |
| Compound | Whisker Biscuit | Bürstenauflage | Blade Rest oder Drop-Away |
| Langbogen | Leder/Kalbshaar/Handrücken | – | – |
Pfeilauflage richtig einstellen: so geht’s
Horizontale Einstellung (Center-Shot)
Der Center-Shot beschreibt die horizontale Position der Pfeilauflage. Idealerweise zeigt der aufgelegte Pfeil exakt zum Zielpunkt oder leicht nach außen. Bei Rechtshandbögen bedeutet dies eine minimale Abweichung nach links, bei Linkshandbögen nach rechts.
Das Feintuning erfolgt über den Papiertest. Schieße aus etwa 2 Metern Entfernung durch ein gespanntes Papier. Die Form des Einschusslochs zeigt dir, ob der Pfeil sauber austritt. Ein perfektes Loch mit drei kleinen Schlitzen (von der Befiederung) bedeutet optimale Einstellung.
Vertikale Einstellung (Nockpunkthöhe)

Die Höhe der Pfeilauflage steht in direktem Zusammenhang mit dem Nockpunkt auf der Sehne. Der Abstand zwischen Pfeilauflage und Nockpunkt sollte so gewählt werden, dass der Pfeil leicht nach unten zeigt, also Richtung Boden. Typische Werte liegen zwischen 8 und 13 Millimeter über der 90-Grad-Linie.
- Geklebte bzw. verschraubte Pfeilauflage: 8-10 mm über 90-Grad-Linie
- Shelf bzw. traditionelle Pfeilauflage: 11-13 mm über 90-Grad-Linie

Bei zu niedriger Einstellung schlägt der Pfeil beim Austritt nach oben aus. Du erkennst dies an Treffern, die konstant über dem Zielpunkt liegen. Eine zu hohe Auflage führt zum gegenteiligen Effekt ,der Pfeil schlägt nach unten aus und trifft tiefer als anvisiert.
Feinabstimmung
Nach der Grundeinstellung folgt die Feinabstimmung durch praktisches Schießen. Beobachte das Verhalten deiner Pfeile genau. Schlagen sie in eine bestimmte Richtung aus? Dann liegt möglicherweise noch eine fehlerhafte Einstellung vor.
Untersuche die Pfeilauflage nach jedem Trainingstag auf Gebrauchsspuren. Zeigen sich auf einer Seite deutlichere Abnutzungen? Das deutet auf seitlichen Pfeilkontakt hin. Der Pfeil sollte die Auflage nur minimal berühren und gleichmäßige, leichte Spuren hinterlassen.
Die Einstellung ist optimal, wenn du über mehrere Entfernungen wiederholbare Trefferbilder erzielst und die Pfeilgruppierung eng bleibt. Jede Veränderung am Bogen (neue Sehne, anderes Zuggewicht, andere Pfeile) erfordert eine erneute Kontrolle der Pfeilauflage.
Häufige Probleme und ihre Lösungen
Pfeil fällt von der Auflage
Ursache: Auflage zu schmal oder falsch positioniert
Lösung: Vergrößere die Auflagefläche oder prüfe die horizontale Ausrichtung. Der Pfeil muss stabil aufliegen.
Unregelmäßiges Trefferbild
Ursache: Inkonsistenter Pfeilkontakt durch verschlissene oder falsch eingestellte Auflage
Lösung: Ersetze verschlissene Komponenten und überprüfe den Center-Shot. Führe einen Papiertest durch.
Laute Geräusche beim Schuss
Ursache: Pfeil schlägt gegen die Auflage bzw. das Bogenfenster
Lösung: Evtl. falscher Spine und ein zu starkes bzw. nicht vorhandenes Archers Paradox
Verschleiß an Befiederung
Ursache: Befiederung streift an Auflage oder Bogen
Lösung: Überprüfe die Ausrichtung der Befiederung. Möglicherweise benötigst du eine andere Pfeilauflage mit weniger Kontaktfläche bzw. eine kürzere Befiederung.
Kaufberatung Pfeilauflage: Checkliste
Bevor du eine neue Pfeilauflage kaufst, solltest du folgende Punkte systematisch durchgehen:
Vor dem Kauf prüfen:
- Welchen Bogentyp nutze ich? (Recurve, Compound, Langbogen)
- Befestigung: Kleben oder über Buttonbuchse schrauben?
- Schießstil: Traditionell instinktiv oder sportlich mit Visier?
- Budget: 5 EUR für Lederauflage bis ca. 200 EUR für Premium-Drop-Away
- Kompatibilität: Passt meine Befiederung durch die Auflage?
Auswahlkriterien nach Priorität:
- Reibung vs. Geschwindigkeit: Was ist dir wichtiger?
- Einstellmöglichkeiten: Benötigst du mikrometergenaue Justierung?
- Wartungsaufwand: Wie viel Zeit investierst du in Pflege?
- Wetterfestigkeit: Schießt du draußen bei jedem Wetter?
Empfehlung nach Erfahrungslevel:
- Einsteiger: Lederauflage oder einfache Bürstenauflage. Fokus auf Technik, nicht auf Equipment.
- Fortgeschrittene: Magnetauflage für Recurve, Whisker Biscuit oder Bürstenauflage für Compound. Ausgewogenes Verhältnis von Leistung und Aufwand.
- Wettkampfschützen: Hochwertige Magnetauflage mit Button für Recurve, Drop-Away-System oder Blade Rest für Compound.
Alternativ erhältst du professionelle Beratung und kannst verschiedene Systeme testen in jedem gut sortierten Bogensport-Fachgeschäft.
FAQ – Häufige Fragen zur Pfeilauflage
Kann ich eine Compound-Auflage an einem Recurvebogen nutzen?
Technisch ist das möglich, praktisch meist nicht sinnvoll. Compound-Auflagen sind für die spezifischen Anforderungen von Compoundbögen konstruiert. Sie harmonieren nicht optimal mit dem Schussverhalten von Recurvebögen. Die Investition lohnt sich nur bei passendem Bogentyp.
Wie oft muss ich die Pfeilauflage wechseln?
Das hängt vom Material und deiner Schussfrequenz ab. Einfache Lederauflagen halten etwa 300 bis 500 Schuss, bevor sie merklich verschleißen. Bürstenauflagen und Blade Rests können mehrere tausend Schuss überdauern. Wechsle die Auflage, sobald du Abnutzungsspuren siehst oder die Treffgenauigkeit nachlässt. Eine jährliche Kontrolle ist bei regelmäßigem Training empfehlenswert.
Was kostet eine gute Pfeilauflage?
Die Preisspanne reicht von 2 EUR für einfache Lederauflagen bis 120 EUR für hochwertige Drop-Away-Systeme. Eine solide Bürstenauflage bekommst du für 10 bis 20 EUR, eine gute Blade Rest kostet zwischen 25 und 60 EUR. Für die meisten Bogenschützen liegt der optimale Bereich bei 15 bis 40 EUR. Teurere Modelle bringen nur Vorteile, wenn deine Technik bereits sehr gut ist.
Beeinflusst die Pfeilauflage die Pfeilgeschwindigkeit?
Ja, messbar. Jede Reibung zwischen Pfeil und Auflage kostet Energie und damit Geschwindigkeit. Der Unterschied zwischen einer Lederauflage und einer Drop-Away-Auflage kann etwa 1 bis 3 Meter pro Sekunde betragen. Das klingt wenig, kann aber auf weite Distanzen die Flugkurve entscheidend stabilisieren.
Pfeilauflage oder über das Shelf schießen?
Das Schießen direkt über das Bogenfenster funktioniert bei traditionellen Bögen hervorragend. Es bietet ein sehr ursprüngliches und traditionelles Gefühl und reduziert die Komplexität. Eine zusätzliche Auflage macht Sinn, sobald du deine Präzision ausbauen möchtest. Wenn du nur das Material deines Bogenfensters schützen willst, reicht eine einfache traditionelle Pfeilauflage aus Leder bzw. Fell aus. Bei sportlichen Bögen mit Visier und Button ist eine separate Pfeilauflage praktisch Pflicht für optimale Trefferbilder.
Fazit
Die Pfeilauflage beim Bogenschießen ist weit mehr als eine simple Ablage. Sie beeinflusst Pfeilflug, Genauigkeit und Reproduzierbarkeit deiner Schüsse erheblich. Von der traditionellen Lederauflage bis zum Fall-Away System existiert für jeden Bogen und Stil die passende Lösung.
Die richtige Wahl hängt von deinem Bogen, deinem Stil und deinem Fortschritt ab. Während Compoundschützen auf die Blade Rest setzen, ist für sportliche Recurve-Schützen die Kombination aus einer stabilen Magnet-Pfeilauflage und einem Button unverzichtbar. Langbogenschützen bleiben oft beim traditionellen Shelf, mit optionaler Lederauflage.







Schreibe einen Kommentar