Du möchtest mit dem Bogenschießen beginnen, aber die Fülle an Informationen überfordert dich? Das ist völlig normal. Wenn du den perfekten Bogen für Einsteiger suchst, verliert man zwischen Recurvebögen, Langbögen und unzähligen Fachbegriffen schnell den Überblick. Dieser Guide ist genau dafür da, dir die Auswahl deines ersten Einsteigerbogens so einfach wie möglich zu machen.
Jackalope Moonstone
Einteilig (One-Piece)Drake Einsteigerbogen
Dreiteilig (Take-Down)Drake Pathfinder
Sehr technischStatt dich durch zehn verschiedene Blogbeiträge zu klicken, bekommst du hier alle essentiellen Basics kompakt auf einen Blick. Obenstehend findest du außerdem meine Top 3 Einsteigerbögen im direkten Vergleich. So kannst du schnell einschätzen, welcher Bogentyp zu deinen Zielen passt.
Die wichtigsten Bogenarten im Überblick
Nach der Tabelle fragst du dich vielleicht, worin sich die verschiedenen Bogenarten grundsätzlich unterscheiden. Die Wahl des richtigen Bogentyps hängt stark davon ab, welchen Bogensport du betreiben möchtest und wie viel technisches Interesse du mitbringst.
| Bogenart | Für wen geeignet | Hauptvorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Take-Down Recurve | Einsteiger mit Ambitionen | Zuggewicht anpassbar, transportfreundlich | Mehr Verschraubungen |
| Einteiliger Recurve | Traditionelle Schützen | Sehr stabil, ursprüngliches Design | Zuggewicht fix, sperriger Transport |
| Langbogen | Puristen, traditionelle Jäger | Weicher Auszug, leise | Geringere Leistung, große Körpergröße nötig |
| Compoundbogen | Technik-Interessierte, Präzisionsschützen | Hohe Präzision, Let-Off-Effekt | Wartungsintensiv, teurer, komplex |
Die meisten Anfänger starten mit einem dreiteiligen Recurvebogen. Der Grund ist einfach. Du kannst die Wurfarme später austauschen und so das Zuggewicht anpassen, wenn du stärker wirst. Das spart Geld und macht den Bogen zu einem langfristigen Begleiter. Mehr Details zu den einzelnen Bogenarten findest du in unseren ausführlichen Ratgebern.
Weiterführende Beiträge
Welcher Bogen passt zu mir?
Die wichtigste Frage zuerst: Es gibt nicht den einen perfekten Einsteigerbogen für alle. Deine Wahl hängt von mehreren Faktoren ab. Die folgende Checkliste hilft dir bei der Entscheidung.
- Anfänger mit Ambitionen: Du planst, regelmäßig zu trainieren und dich zu verbessern? Ein dreiteiliger Recurvebogen ist ideal. Du kannst das Zuggewicht durch Wurfarmtausch anpassen und sparst dir einen kompletten Neukauf.
- Traditionelles Schießen: Du fühlst dich von der Ursprünglichkeit des Bogensports angezogen und möchtest instinktiv schießen? Ein einteiliger Recurvebogen oder Langbogen passt zu dir. Diese Bögen verzichten auf moderne Hilfsmittel wie Visiere.
- Technik-Interesse und Präzision: Du bist fasziniert von Hightech und legst Wert auf maximale Treffergenauigkeit? Ein Compoundbogen könnte passen. Allerdings empfehle ich dir, erst mit einem Recurvebogen die Grundtechnik zu lernen.
- Budget-Orientierung: Dein Budget liegt unter 150 Euro? Konzentriere dich auf solide dreiteilige Recurvebögen. Vermeide billige No-Name-Bögen. Sie frustrieren mehr, als sie Freude bereiten.
- Vereinsmitgliedschaft geplant? Die meisten Vereine bieten Leihbögen und professionelle Beratung. Nutze diese Möglichkeit, bevor du kaufst. So findest du heraus, welcher Bogentyp dir wirklich liegt.
Ein wichtiger Hinweis: Lass dich nicht von Billigangeboten verlocken. Laut Deutschem Feldbogen-Verband sind minderwertige Bögen eine der häufigsten Ursachen für schnellen Frust bei Anfängern.
Bogengröße und Zuggewicht richtig wählen
Die richtige Bogenlänge

Die Bogenlänge wird in Zoll angegeben und von einem Wurfarmende zum anderen gemessen. Bitte beachte hier, alle Kurven mit in die Messung einzubeziehen und nutze nicht die Luftlinie. Für sportliche Recurvebögen gilt eine klare Faustregel. Die Länge richtet sich nach deiner Körpergröße. Ein zu kurzer Bogen würde zu stark beansprucht, ein zu langer Bogen wäre unnötig schwer zu handhaben.
| Körpergröße | Empfohlene Bogenlänge |
|---|---|
| 120 – 135 cm | 58 Zoll |
| 136 – 150 cm | 62 Zoll |
| 151 – 160 cm | 64 Zoll |
| 161 – 167 cm | 66 Zoll |
| 168 – 175 cm | 68 Zoll |
| ab 176 cm | 70 Zoll |
Wichtig: Diese Tabelle gilt für sportliche Recurvebögen. Traditionelle Recurvebögen und Langbögen sind kompakter gebaut (meist 60 bis 62 Zoll) und folgen nicht dieser Tabelle.
Das passende Zuggewicht
Das Zuggewicht wird in Pfund (lbs) angegeben und beschreibt, wie viel Kraft du zum Ausziehen des Bogens benötigst. Hier machen viele Anfänger den gleichen Fehler. Sie wählen zu hohes Zuggewicht. Das Ergebnis sind verkrampfte Muskeln, unsaubere Technik und schneller Frust.
Die Faustregel lautet: Lieber zu leicht als zu schwer starten. Mit der richtigen Technik erreichst du auch mit geringem Zuggewicht gute Ergebnisse. Die folgenden Tabellen bieten Orientierung.
Empfohlene Zuggewichte für Männer
| Bogenschütze | Zuggewicht |
|---|---|
| Jugendlicher bis 12 Jahre | 14 – 18 lbs |
| Selten sporttreibend | 22 – 26 lbs |
| Recht sportlich | 26 – 28 lbs |
| Sehr aktiv sportlich | 28 – 32 lbs |
Empfohlene Zuggewichte für Frauen
| Bogenschützin | Zuggewicht |
|---|---|
| Jugendliche bis 12 Jahre | 10 – 14 lbs |
| Selten sporttreibend | 16 – 20 lbs |
| Recht sportlich | 22 – 24 lbs |
| Sehr aktiv sportlich | 24 – 28 lbs |
Weiterführende Links:
- Zuggewicht beim Bogen: Das richtige Zuggewicht für Anfänger finden
- Auszugslänge erklärt: Was ist der persönliche Auszug und wie berechne ich ihn?
Die Grundausstattung für deinen Bogen für Einsteiger
Neben dem Bogen selbst benötigst du einige essenzielle Ausrüstungsteile.
Die gute Nachricht: Die Grundausstattung ist überschaubar und kostet nicht die Welt. Hier ist, was du wirklich brauchst.
- Pfeile: Ohne Pfeile kein Bogenschießen. Für Einsteiger eignen sich Carbonpfeile am besten. Sie sind robust, haben gute Flugeigenschaften und sind langlebig. Achte darauf, dass die Pfeillänge zu deinem Auszug passt. Plane etwa 35 bis 50 Euro für ein Set von sechs Pfeilen ein.
- Armschutz: Unverzichtbar, um deinen Unterarm vor der zurückschnellenden Sehne zu schützen. Gerade als Anfänger ist die Schusstechnik noch nicht perfekt. Ein Armschutz verhindert schmerzhafte blaue Flecken. Kosten: 10 bis 25 Euro.
- Fingerschutz: Du hast die Wahl zwischen Fingertab (Lederstück) und Schießhandschuh. Für Einsteiger ist der Schießhandschuh einfacher zu handhaben. Er schützt deine Finger vor Überbeanspruchung beim Ausziehen der Sehne. Kosten: 15 bis 30 Euro.
- Zielscheibe: Strohscheiben sind günstig aber wetterempfindlich, Schaumstoffscheiben langlebiger. Für den Anfang reicht eine einfache 60×60 cm Schaumstoffscheibe. Kosten: 30 bis 60 Euro. Vergiss die Zielscheibenauflage nicht (5 bis 10 Euro).
- Spannschnur: Dieses kleine Hilfsmittel ist unverzichtbar. Es verhindert, dass du die Wurfarme beim Spannen der Sehne verziehst. Ohne Spannschnur riskierst du teure Schäden am Bogen. Kosten: 5 bis 15 Euro.
- Optional aber nützlich: Köcher zum Transport der Pfeile (15 bis 40 Euro), Pfeilauflage für bessere Pfeilführung (5 bis 20 Euro), Nockpunkt zur Markierung der Pfeilposition (2 bis 5 Euro).
Viele Fachhändler bieten Einsteiger-Sets an, die Bogen und Grundausstattung kombinieren. Das kann eine gute Option sein, wenn du ein stimmiges Gesamtpaket suchst.
Wo darf ich Bogenschießen?
Die kurze Antwort: Rechtlich fast überall, praktisch mit Einschränkungen. Der Bogen gilt in Deutschland nicht als Waffe, daher gibt es keine Altersbeschränkung oder Waffenschein-Pflicht. Dennoch musst du einige wichtige Punkte beachten.
Rechtliche Grundlagen:
- Bogen ist keine Waffe: Keine Altersbeschränkung, kein Waffenschein nötig
- Eigener Garten: Grundsätzlich erlaubt, aber Nachbarn und Sicherheit beachten. Freies Schussfeld ist Pflicht.
- Öffentliche Flächen: Erlaubnis des Grundstückseigentümers zwingend erforderlich. Wald gehört meist Kommunen oder Privatpersonen.
- Verein: Beste Option für Anfänger. Professionelle Anleitung, sichere Umgebung, Haftpflichtversicherung über Verein.
- Wichtig: Dein Pfeilfang muss so sicher sein, dass der Pfeil das Grundstück selbst bei einem technischen Defekt oder einem hohen Fehlschuss niemals verlassen kann.
Der wichtigste Grundsatz: Du bist verantwortlich für jeden Pfeil. Sorge für ein freies Schussfeld und stelle sicher, dass kein Pfeil unkontrolliert das Grundstück verlassen kann. Pfeilfangnetze sind eine sinnvolle Investition für das Schießen zu Hause.
Die ersten Schritte: Schusstechnik-Basics
Eine saubere Schusstechnik ist wichtiger als ein teurer Bogen. Die Grundlagen sind schnell erklärt. Sie zu beherrschen erfordern jedoch viel Übung. Fehler, die du dir zu Beginn angewöhnst, sind später schwer zu korrigieren. Deshalb lohnt sich die Investition in einen Anfängerkurs oder die Mitgliedschaft in einem Verein.
Der Grundablauf in fünf Schritten:
- Stand einnehmen: Füße schulterbreit, 90 Grad zur Zielscheibe (paralleler Stand). Alternative: Leicht geöffneter Stand mit 30 Grad Drehung. Wichtig ist Stabilität ohne Verkrampfung.
- Bogenarm korrekt halten: Der Arm, der den Bogen hält, muss durchgestreckt (nicht überstreckt) sein. Die Hand greift den Bogen nicht fest, sondern liegt locker am Druckpunkt unter dem Daumen. Ein fester Griff verzieht den Bogen und mindert die Präzision.
- Ankerpunkt finden: Im Vollauszug berührt deine Zughand immer den gleichen Punkt im Gesicht. Meist liegt dieser unter dem Wangenknochen oder am Mundwinkel. Ein konstanter Ankerpunkt ist entscheidend für wiederholbare Schüsse.
- Rückenspannung aufbauen: Ziehe nicht nur mit dem Arm. Die Kraft kommt aus dem Rücken. Stelle dir vor, du drückst die Schulterblätter zusammen. Bogenarm, Zughand und Ellenbogen bilden im Vollauszug eine gerade Linie.
- Lösen: Das Lösen ist eine passive Bewegung. Du entspannst einfach die Finger, die die Sehne halten. Kein aktives Wegziehen der Hand. Die Sehne sollte deine Finger quasi „wegdrücken“.
Ich empfehle zunächst auf kurze Distanz (5 bis 7 Meter) zu üben. Technik geht vor Distanz. Erst wenn du auf diese Entfernung konstant gut triffst, erhöhst du die Distanz schrittweise.
Häufige Anfängerfehler vermeiden
Diese fünf Fehler solltest du von Anfang an vermeiden. Sie sind die häufigsten Gründe, warum Einsteiger frustriert aufgeben oder sich Verletzungen zuziehen.
- Zu hohes Zuggewicht wählen: Der klassische Anfängerfehler. Ein zu starker Bogen führt zu verkrampfter Technik, Muskelkater und schnellem Frust. Deine Technik leidet massiv, wenn du kämpfen musst, um den Bogen auszuziehen.
- Bogen ohne Spannschnur spannen: Das Spannen über die Hüfte mag cool aussehen, führt aber oft zu verdrehten Wurfarmen. Die Sehne läuft dann nicht mehr sauber in der Kerbe. Bei dreiteiligen Bögen reicht der Wurfarmtausch, bei einteiligen ist der Bogen Schrott.
- Billig-Bögen aus Fernost kaufen: Ein 40-Euro-Bogen von Amazon macht keinen Spaß. Schlechte Verarbeitung, unsaubere Kanten, wackelige Wurfarme. Die Frustration ist garantiert. Investiere lieber 100 bis 150 Euro in einen soliden Markenbogen.
- Ohne Armschutz schießen: „Wird schon nicht passieren“ ist die typische Einstellung, bis die Sehne das erste Mal am Unterarm einschlägt. Blaue Flecken und Abschürfungen sind schmerzhaft und komplett vermeidbar. Der Armschutz kostet 15 Euro und erspart dir Tage voller Schmerzen.
- Sofort auf große Distanz schießen: Viele Anfänger wollen schnell auf 30 oder 40 Meter schießen. Das Ergebnis: Frust durch ständiges Verfehlen der Scheibe. Starte mit 5 bis 7 Metern. Technik kommt vor Distanz. Erhöhe die Entfernung erst, wenn du konstant gut triffst.
Dein nächster Schritt
Du hast jetzt die wichtigsten Grundlagen gelernt. Du weißt, welche Bogenarten es gibt, wie du die richtige Größe und das passende Zuggewicht wählst, was du an Ausrüstung brauchst und worauf du beim Schießen achten musst. Das ist eine solide Basis für deinen Einstieg.
So geht es weiter:
- Nutze unseren Bogen-Finder auf der Startseite für eine persönliche Empfehlung basierend auf deinen Angaben
- Stöbere in unseren ausführlichen Ratgebern zu spezifischen Themen wie Pfeilauswahl, Schusstechnik oder Bogenpflege
Der Weg zum ersten Treffer beginnt mit dem richtigen Bogen. Mit diesem Wissen bist du bestens vorbereitet. Viel Erfolg beim Einstieg in den faszinierenden Sport des Bogenschießens!

Ich bin Moritz
Seit 2014 im Bogensport-Fachhandel tätig. Meine Ratgeber basieren auf echter Praxiserfahrung aus tausenden Kundengesprächen und nicht auf Werbeversprechen.
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