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Was kostet Bogenschießen? Realistische Kosten für Anfänger im Überblick

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Sowohl im Laden als auch am Telefon kommt gerade bei Einsteigern in den Bogensport die Frage auf, mit welchen Kosten man rechnen muss, um eine vernünftige Erstausstattung zum Bogenschießen zu bekommen. Aus diesem Grund widme ich mich daher nun diesem Thema.

Weiterhin gibt es auch Kostenstellen, mit denen du wahrscheinlich auf den ersten Blick nicht gerechnet hast. In diesem Beitrag klären wir, was Bogenschießen kostet, mit welchem Budget du rechnen solltest und wo du keinesfalls sparen darfst.

Die Grundausstattung: Was brauchst du wirklich?

Bevor wir über konkrete Zahlen sprechen, lass uns klären, was zur absoluten Grundausstattung gehört. Ohne diese Komponenten kommst du nicht aus:

  • Bogen: Für Einsteiger eignet sich ein dreiteiliger Recurvebogen am besten. Durch den Austausch der Wurfarme kann er in Zuggewicht und Bogenlänge angepasst werden und so mit deinem Fortschritt mitwachsen. Plane ungefähr 80-200 EUR ein, je nach Qualität.
  • Pfeile: Es sollten mindestens sechs Pfeile sein. Der Preis wird durch Material und Qualität bestimmt. Ich empfehle Carbonpfeile. Rechne mit ca. 40 bis 60 Euro (ca. 6-8 EUR je Stück) für ein kompletten 6er-Satz.
  • Sehne und Spannschnur: Die Sehne ist meist beim Bogen dabei, eine Spannschnur kostet ca. 10-15 EUR und ist unverzichtbar zum schonenden Auf- und Abspannen.
  • Armschutz: Schützt deinen Unterarm vor der durchschlagenden Sehne. Ein absolutes Muss für deine Sicherheit. Kosten: 15-30 EUR.
  • Fingerschutz: Tab oder Schießhandschuh schützen die sehnenziehende Hand. Ohne geht es nicht. Budget: 10-40 EUR.
  • Köcher: Technisch optional, praktisch unverzichtbar für den Transport und die Aufbewahrung deiner Pfeile. Preis: 20-30 EUR.

Das sind die absoluten Basics. Später kannst du dir Zielscheiben (wenn du zu Hause schießen willst), Transporttaschen und diverses Zubehör dazukaufen. Für den ersten Gang zum Verein reicht diese Grundausstattung aber völlig aus.

Budget-Szenarien im Detail-Vergleich

Jetzt wird es konkret. Ich zeige dir drei realistische Budget-Stufen mit kompletter Ausstattung. So kannst du direkt einschätzen, was für dich machbar und sinnvoll ist.

Einsteiger Take-Down Recurve (dreiteilig): 200-300 EUR

Einsteiger Recurvebögen an einer Wand hängend.
Empfohlene Einsteiger-Recurvebögen
KomponentePreis
Einsteiger-Bogen (z.B. Drake Wild Honey Set)80-120 EUR
Pfeile (Carbonpfeile)6-8 EUR (pro Pfeil) / 6er Satz empfohlen
Armschutz + Fingertab15-30 EUR
Köcher (einfaches Modell)20-30 EUR
Zielscheibe (Schaumstoff oder Stroh)40-60 EUR
Ungefähres Budget200-300 EUR

Vorteile:

  • Geringer Einstiegspreis
  • Perfekt zum Ausprobieren und Reinschnuppern
  • Überschaubares finanzielles Risiko

Nachteile:

  • Es gibt weniger Anpassungsmöglichkeiten, da Bögen in diesem Preissegment selten über standardisierte Wurfarmaufnahmen (ILF) verfügen. Diese ermöglichen eine herstellerübergreifende Nutzung der Wurfarme.
  • Früher Austausch wahrscheinlich bei steigendem Anspruch

Für wen geeignet: Einsteiger, die erstmal testen wollen, ob Bogenschießen das richtige Hobby ist. Ideal auch für Kinder, die noch wachsen.

Mittelklasse Take-Down Recurve mit ILF Aufnahme: 500-700 EUR

ILF Recurvebogen mit Stabilisatoren
Sportlicher Take-Down Recurvebogen mit ILF-Stecksystem
KomponentePreis
Qualitätsbogen (z.B. Jackalope Zircon)200-300 EUR
Pfeile (Carbonpfeile)6-8 EUR (pro Pfeil) / 6er Satz empfohlen
Hochwertiger Armschutz + Tab30-60 EUR
Köcher (Leder oder stabiler Kunststoff)40-60 EUR
Zielscheibe + Ständer100-150 EUR
Zubehör (Nockpunktzange, Werkzeug, Tasche)60-80 EUR
Ungefähres Budget500-700 EUR

Vorteile:

  • Riesige Auswahl an verschiedenen Wurfarmen, dank standardisierter ILF Aufnahme
  • Mehr Einstellmöglichkeiten, um die Charakteristik des Bogens auf die eigenen Wünsche anzupassen (z. B. Tiller)
  • Umfangreiche Erweiterungsmöglichkeiten mit weiterem Zubehör (Visier, Stabilisator usw.)

Nachteile:

  • Höhere Erstinvestition
  • Größeres finanzielles Risiko bei Fehlkauf

Für wen geeignet: Ambitionierte Einsteiger, die bereits wissen, dass sie langfristig dabei bleiben wollen. Optimal für Vereinsmitglieder mit regelmäßigem Training.

Einstieg mit dem Compoundbogen: 900+ EUR

Compoundbögen hängen nebeneinander an der Wand.
Verschiedene Compoundbögen
KomponentePreis
Compoundbogen (Drake Pathfinder, Bear Cruzer G-Reihe)400-600 EUR
Pfeile (Carbonpfeile)8-10 EUR (pro Pfeil) / 6er Satz empfohlen
Hochwertiger Armschutz + Tab30-60 EUR
Köcher (Leder oder stabiler Kunststoff)40-60 EUR
Zielscheibe + Ständer150-200 EUR
Zubehör (Visier, Pfeilauflage, Loop, Peep, Koffer, etc.)200-350 EUR
Gesamt900-1.400 EUR

Vorteile:

  • Hochwertiger Marken Compoundbogen
  • Einstellbarkeit in Auszug und Zuggewicht
  • Ausreichend über viele Jahre
  • Oft im RTS-Package (Zubehör-Set) angeboten

Nachteile:

  • Hohe Anfangsinvestition
  • Ein Compound sollte nicht der Erstbogen sein
  • Der hohe Grad an Technik kann überfordernd wirken
  • Sehnen- und Kabelwechsel nur mit hohen Aufwand selbst durchzuführen
  • Grundsätzlich höherer Wartungsaufwand

Für wen geeignet: Technisch versierte Sportler, die bereits mit ersten Erfahrungen ausgestattet sind und einen hochtechnischen Bogen mit vielen Einstellungsoptionen wünschen.

Laufende Kosten: Was kommt nach der Anschaffung?

Die Erstanschaffung ist nur ein Teil der Rechnung. Auch beim Bogenschießen kommt es zu laufenden Kosten, die du nicht vernachlässigen solltest.

Kosten, die immer anfallen

Wenn du einen Recurvebogen nutzt

Wenn du einen Recurvebogen nutzt, musst du pro Jahr etwa 100 bis 150 Euro für Verschleißteile einkalkulieren.

  • Sehne: 10-15 EUR, muss alle 1-2 Jahre gewechselt werden (bei intensivem Training früher).
  • Pfeile: Rechne mit 30-80 EUR jährlich für Ersatz kaputter oder verlorener Pfeile, beschädigter Nocken oder Spitzen
  • Zubehör: Sehnenwachs, Pflegemittel, Werkzeug, Nockpunkte, usw. etwa 10-20 EUR pro Jahr

Wenn du einen Compoundbogen schießt

Schießt du einen Compoundbogen, solltest du pro Jahr etwa 150 bis 200 Euro für Verschleißteile einkalkulieren.

  • Sehne und Kabel: 60-80 EUR, muss alle 2-3 Jahre gewechselt werden (bei intensivem Training früher).
  • Pfeile: Rechne mit 50-100 EUR jährlich für Ersatz kaputter oder verlorener Pfeile, beschädigter Nocken oder Spitzen
  • Zubehör: Sehnenwachs, Pflegemittel, Werkzeug, Nockpunkte, usw. etwa 10-20 EUR pro Jahr

Optionale Kosten

  • Vereinsmitgliedschaft: Die meisten Vereine verlangen zwischen 50 und 150 EUR pro Jahr. Dafür bekommst du meist eine Sportversicherung, Hallennutzung, fachliche Betreuung und Zugang zu Leihbögen und Zubehör.
  • Externe Hallennutzung: Wenn du ohne Vereinsmitgliedschaft in kommerziellen Hallen schießen willst, rechne mit 5-15 EUR pro Besuch. Bei wöchentlichem Training summiert sich das schnell auf 260-780 EUR jährlich.
  • Turniergebühren: Falls du an Wettkämpfen teilnehmen willst, kosten diese meist 10-30 EUR pro Turnier.

Upgrades und Verbesserungen

Upgrades: Früher oder später wirst du feststellen, dass dein aktuelles Setup mit deinen Fortschritten nicht mehr mithalten kann und du besseres Equipment brauchst. Hier sind die typischsten Punkte.

  • Wurfarme (bei Recurvebögen): Deine ersten Wurfarme haben dich wohl etwa 80 bis 120 Euro gekostet. Höherwertige Modelle starten ab ca. 250 bis 300 Euro.
  • Griffstück (bei Recurvebögen): Gute Einstiegs-Griffstücke kosten ca. 100-150 EUR. Bessere Modelle in höherer Qualität gibt es ab ca. 350 EUR.
  • Visier: Einfache Visiere erhältst du ab 30-50 EUR. Du verbesserst dich, wenn du nun ca. 100-150 EUR ausgibst. Je nachdem, ob auch ein Scope (mit Vergrößerung) zum Einsatz kommt. Dann kannst du noch einmal ca. 50-100 EUR dazurechnen.
  • Pfeilauflage: Hier wirst du zum Start bei ca. 5-30 EUR liegen. Pfeilauflagen für den Compoundbogen sind eher teurer. Ein merkliches Upgrade bekommst du mit 100-200 EUR.

Wo kannst du clever sparen?

Es gibt durchaus Möglichkeiten, die Kosten zu senken, ohne bei der Qualität Abstriche zu machen. Hier sind meine Erfahrungen.

  • Gebrauchtmarkt nutzen: Gucke dich auf verschiedenen Plattformen wie eBay oder eBay Kleinanzeigen um, um an gutes, gebrauchtes Material zu kommen.
  • Einstiegssets statt Einzelkauf: Viele Händler bieten Komplett-Pakete an, die merklich günstiger sind als Einzelkomponenten. Ein weiterer Vorteil ist hier, dass die Komponenten untereinander abgestimmt sind.
  • Vereinsmitgliedschaft clever nutzen: Viele Vereine haben Leihequipment für die ersten Monate. So kannst du in Ruhe testen, welcher Bogen zu dir passt, bevor du kaufst. Außerdem gibt es oft Gruppenrabatte bei lokalen Händlern. Vielleicht kannst du auch Bögen und Zubehör von anderen Mitgliedern abkaufen, sofern die ihr Setup aufwerten.
  • Saisonale Sales nutzen: Black Friday, Cyber Monday und das Saisonende (Oktober/November) sind interessante Daten, an denen du mit starken Rabatten rechnen kannst.

Aber Vorsicht: Finger weg von No-Name-Bögen unter 50 EUR aus Asien-Shops. Die sind oft schlecht verarbeitet und damit unsicher. Neben einer verschenkten Investition können auch Verletzungen die Folge sein.

Wo solltest du nicht sparen?

Hochwertiger Armschutz aus Leder

Bei aller Sparsamkeit gibt es Bereiche, in denen Geiz dich teuer zu stehen kommen kann oder sogar gefährlich wird.

Schutzausrüstung: Ein schlechter Armschutz aus dünnem Kunstleder oder Kunststoff bietet keinen ausreichenden Schutz. Wenn die Sehne auf deinen Unterarm schlägt, sind blaue Flecken und Prellungen noch das harmloseste Ergebnis. Gebe mindestens 20-30 EUR in vernünftigen Armschutz auf. Gleiches gilt für Fingerschutz. Zu dünne Tabs führen zu schmerzhaften Druckstellen und können die Technik beeinträchtigen.

Pfeilqualität: Das ist der wichtigste Punkt. Billige Pfeile aus Fiberglas oder minderwertigem Carbon können beim Schuss splittern. Die dabei entstehenden haarfeinen Fasern können deine Hand oder deinen Unterarm ernsthaft verletzen, wenn sie vom Schaft abstehen. Investiere deshalb mindestens 6-8 EUR pro Carbonpfeil.

Qualität des Bogens: Ein Bogen mit verzogenen Wurfarmen ist nicht zu retten. Die Sehne läuft nicht mehr in der Sehnenkerbe. Bei dreiteiligen Bögen unter 60 EUR ist die Verarbeitung oft mangelhaft. Material kann brechen, und die Verwindungssteifigkeit der Wurfarme ist nicht gegeben.

Professionelle Beratung beim ersten Kauf: Die 30 bis 50 Euro mehr, die du im Fachhandel gegenüber einem Online-Billiganbieter zahlst, sind gut investiert. Du erhältst eine individuelle Beratung, kannst verschiedene Bögen ausprobieren und dein Zuggewicht wird korrekt ermittelt. Zudem hast du bei Problemen einen Ansprechpartner. Das erspart dir teure Fehlkäufe.

Versteckte Kosten, die Anfänger überraschen

Auch wenn du alles ganz genau geplant hast, gibt es manchmal Kostenpunkte, die du übersiehst. Hier sind ein paar der typischen „Aha-Momente“, die mir immer wieder auffallen.

  • Transporttasche oder Koffer: Ohne kommst du nicht weit. Eine einfache Tasche kostet 20-600 EUR, ein schützender Hartschalenkoffer 120-200 EUR. Wird oft vergessen, ist aber schon beim zweiten Transport zum Verein, Turnier oder 3D-Parcours ein wahrer Segen.
  • Bogenpresse für Sehnenwechsel (bei Compoundbögen): Die brauchst du spätestens nach einem Jahr. Entweder 150-800 EUR für eine eigene Presse (mobil oder stationär) oder 15-25 EUR Gebühr beim Fachhändler pro Wechsel.
  • Zusätzliche Pfeilsets: Viele merken erst nach ein paar Wochen, dass sechs Pfeile vielleicht doch etwas knapp bemessen waren. Ein zusätzlicher Satz ist fast immer die erste Nachanschaffung.
  • Werkzeug und Einstellhilfen: Nockpunktzange (10-20 EUR), Inbusschlüssel-Set in Zoll (10-20 EUR), Sehnenmaßstab/Checker (8-15 EUR). Zusammen: 30-60 EUR, die du am Anfang nicht bedacht hast.
  • Ersatz-Sehnen und Wurfarme: Eine Ersatzsehne solltest du immer parat haben. Wenn dir unterwegs die Sehne reißt oder einzelne Stränge beschädigt werden, hindert sich ein recht günstiger Artikel daran, dein Hobby weiter auszuführen.

Praxis-Tipp: Kalkuliere immer 20-30% Puffer auf dein geplantes Budget. Das schützt vor bösen Überraschungen und gibt dir Spielraum für notwendige Ergänzungen.

Kostenvergleich: Verein vs. selbstständiges Training

Eine wichtige Überlegung ist, ob du im Verein oder selbstständig trainieren willst. Beide Wege haben unterschiedliche Kostenstrukturen:

AspektIm VereinSelbstständig
ErstausstattungKann günstiger sein (Leihequipment verfügbar)Vollständige Anschaffung nötig
Laufende Kosten50-150 EUR/Jahr (Mitgliedschaft)Keine (wenn eigenes Gelände)
TrainingsortHalle/Platz inklusiveEigener Garten/Halle bzw. Platz pro Nutzung bezahlen
BeratungKostenlos durch Trainer/erfahrene MitgliederSelbststudium oder kostenpflichtig
SozialesGemeinschaft, Motivation, EventsIndividuell, bzw. keine Ablenkung wenn gewünscht
FlexibilitätAn Öffnungszeiten gebundenJederzeit, nach eigenem Rhythmus

Empfehlung nach Typ:

  • Verein passt zu dir, wenn: Du Wert auf Gemeinschaft legst, fachliche Anleitung schätzt, keinen geeigneten Trainingsort hast oder das finanzielle Risiko minimieren willst.
  • Selbstständig passt zu dir, wenn: Du zeitlich flexibel bleiben willst, bereits Erfahrung hast, ein geeignetes Grundstück besitzt oder eigenständig trainierst.

Deine finanzielle Planung: Schritt-für-Schritt zum ersten Setup

Damit du nicht planlos in den Kauf stolperst, hier meine bewährte Vorgehensweise.

  1. Budget festlegen: Sei ehrlich zu dir selbst. Wieviel kannst und willst du ausgeben? Plane 20-30% Puffer für Unvorhergesehenes ein. Minimal bei Einsteigerbogen 200 EUR, bei ILF-Bogen 500 EUR, bei Compoundbogen 900+ EUR.
  2. Ausprobieren im Verein: Besuche einen Anfängerkurs oder nutze Schnupperangebote (meist 3-5 Termine für 30-50 EUR). Teste verschiedene Bögen. Das verhindert teure Fehlkäufe. Die meisten Vereine verleihen Equipment für die ersten Wochen.
  3. Persönliche Anforderungen klären: Miss deinen Auszug korrekt (mit Messpfeil oder nach Spannweite). Teste dein passendes Zuggewicht unter Anleitung. Erst wenn diese Werte feststehen, solltest du kaufen.
  4. Prioritäten setzen: Investiere zuerst in: Bogen, Pfeile (mindestens 6 Stück), Schutzausrüstung (Arm- und Fingerschutz), Spannschnur. Alles andere (Köcher, Visier, Stabilisator) kann später folgen.
  5. Qualitäts-Check: Fachhandel vs. Online: Im Laden zahlst du 10-20% mehr, bekommst aber Beratung, Service und Garantieabwicklung. Online-Kauf nur, wenn du genau weißt, was du brauchst. Lies Bewertungen, aber Vorsicht vor Fake-Testseiten.
  6. Zubehör schrittweise ergänzen: Kauf nicht alles auf einmal. Nach 2-3 Monaten weißt du besser, was du wirklich brauchst. Viele Anfänger kaufen Sachen, die sie nie nutzen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mit 200 EUR wirklich anfangen?

Ja, aber mit klaren Einschränkungen. Für 200-300 EUR bekommst du ein funktionierendes Basis-Setup aus einem einfachem, soiden Bogen, Pfeilen und grundlegender Schutzausrüstung. Das reicht zum Ausprobieren und für die ersten Monate völlig aus. Du musst aber damit rechnen, dass du bei steigendem Anspruch innerhalb eines Jahres upgraden willst. Ideal ist dieser Bereich für Kinder, die noch wachsen, oder Erwachsene, die erstmal testen wollen, ob der Sport ihnen liegt. Für langfristiges, ambitioniertes Training ist dieses Budget knapp. Plane dann eher 500 EUR ein.

Wie teuer wird Bogenschießen als Hobby langfristig?

Nach der Erstanschaffung sind die Kosten überschaubar. Im Verein zahlst du 50-150 EUR Jahresbeitrag plus etwa 50-100 EUR für Verschleißteile (Sehne, kaputte Pfeile, Pflegemittel). Das sind 100-250 EUR pro Jahr für regelmäßiges Training. Wenn du ambitioniert bist und an Turnieren teilnimmst, kommen noch 100-300 EUR für Startgelder, Reisekosten und optionale Upgrades dazu. Selbstständiges Training ohne Verein spart die Mitgliedsgebühr, verursacht aber höhere Anschaffungskosten (Zielscheiben, Ständer). Insgesamt bewegt sich Bogenschießen damit im mittleren Preissegment für Hobbys. Deutlich günstiger als Golf oder Reitsport.

Lohnt sich ein gebrauchter Bogen für Einsteiger?

Ja, wenn du weißt, worauf du achten musst. Bögen verlieren schnell an Wert, sind aber bei guter Pflege sehr langlebig. Auf dem Gebrauchtmarkt findest du oft hochwertige Mittelstücke für 60-70% des Neupreises. Wichtige Checks: Wurfarme dürfen nicht verzogen sein (Sehne muss mittig in der Kerbe laufen), keine Risse oder Splitter im Material, Gewinde und Buchsen intakt. Am besten einen erfahrenen Bogenschützen zum Besichtigungstermin mitnehmen. Vorsicht bei Komplettsets unter 80 EUR, da ist meist etwas faul. Für Einsteiger ideal: Ein gebrauchtes Mittelstück (100-150 EUR) kombiniert mit neuen Wurfarmen (50-80 EUR) und neuer Sehne (8-15 EUR). So bekommst du Qualität zum Sparpreis.

Was kostet Bogenschießen für Kinder?

Kinderbögen sind nicht günstiger. Hier kannst du grundsätzlich die selben Kosten veranschlagen, die du auch für Modelle für Erwachsene ausgeben musst. Genauso sieht es bei Zubehörprodukten aus. Es gibt zwar sehr günstige Modelle, diese sind aber nicht dafür geeignet, den Sport ernsthaft auszuführen.

Fazit

Was kostet Bogenschießen also wirklich? Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Für einen soliden Start solltest du 200 bis 300 EUR einplanen, für langfristigen Spaß und bessere Qualität sind 500-900 EUR empfehlenswert. Nach der Erstanschaffung hält sich der finanzielle Aufwand mit 100-400 EUR jährlich für Verschleiß, Vereinsmitgliedschaft und optionale Upgrades in Grenzen. Die wichtigste Lektion lautet: Spare nicht an Sicherheit und Grundqualität, aber scheue dich nicht, beim Zubehör und den Extras den Gebrauchtmarkt zu nutzen. Bogenschießen ist zugänglicher, als viele denken. Mit realistischer Planung und den richtigen Prioritäten steht deinem Einstieg nichts im Weg.

Bögen im Überblick
  • Verschiedene Kinderbögen an einer Verkaufswand
  • Mehrere Reiterbögen hängen gespannt an einer Wand.
  • Ein Langbogen mit einem bunten, laminierten Holzgurt ruhen auf einem moosbedeckten Baumstamm in einem sonnenbeschienenen Wald.
  • Ein Hybridbogen mit bunten, geschichteten Mustern, der auf grünem Gras und kleinen lila Blumen liegt.
  • Dreiteilige Einsteiger Recurvebögen hängen an einer Wand.
  • Compoundbögen hängen nebeneinander an der Wand.

Ich bin Moritz

Seit 2014 im Bogensport-Fachhandel tätig. Meine Ratgeber basieren auf echter Praxiserfahrung aus tausenden Kundengesprächen und nicht auf Werbeversprechen.
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